Die Geschichte passt gut zur Drei-Akt-Struktur, da sie eine klare Einleitung der Konflikte und Charaktere (Setup), eine lange Phase der Eskalation und Konfrontation mit Nathanaels Wahn und den äußeren Bedrohungen (Confrontation) und eine finale, tragische Auflösung (Resolution) aufweist.
Diese Phase etabliert Nathanaels traumatische Vergangenheit, seine aktuelle Paranoia bezüglich Coppelius/Coppola und die Einführung der wichtigsten Beziehungen und Konflikte, insbesondere die Spannung zwischen Nathanaels irrationaler Angst und Claras rationaler Sichtweise.
Nathanael erkennt im Wetterglashändler Coppola den gefürchteten Coppelius/Sandmann seiner Kindheit wieder, was seine alten Traumata reaktiviert.
Clara versucht, Nathanaels Ängste rational zu erklären und als innere Projektionen abzutun, was die unterschiedlichen Weltanschauungen der beiden hervorhebt.
Nathanael erblickt Olimpia, Spalanzanis reglose Tochter, durch einen Spalt in der Tür, was seine Faszination für sie weckt.
Diese Phase beschreibt die Eskalation von Nathanaels Wahn und die direkten Konfrontationen, die daraus resultieren. Sie umfasst seine Rückkehr, die Entfremdung von Clara, seine Obsession mit Olimpia und den Höhepunkt seines Wahnsinns.
Nathanaels düstere Mystik und ein Gedicht über Coppelius führen zu einem heftigen Streit, in dem er Clara als Automat beschimpft.
Nathanael kauft ein Taschenperspektiv von Coppola und verfällt der Beobachtung und Liebe zu Olimpia, wobei er ihre mechanische Natur ignoriert.
Nathanael wird Zeuge eines gewaltsamen Streits zwischen Spalanzani und Coppola um die Holzpuppe Olimpia. Der Anblick ihrer ausgerissenen Augen treibt ihn in den Wahnsinn.
Diese Phase umfasst Nathanaels scheinbare Genesung, den finalen Rückfall in den Wahnsinn und den tragischen Tod, sowie die abschließende Entwicklung der überlebenden Charaktere.
Nach seiner Einweisung in eine Heilanstalt scheint Nathanael genesen und das häusliche Glück mit Clara greifbar.
Ein erneuter Blick durch Coppolas Perspektiv löst bei Nathanael einen tödlichen Wahn aus, er versucht Clara zu stürzen.
Nathanael springt in den Tod, nachdem er Coppelius in der Menge erblickt. Jahre später findet Clara ihr Familienglück mit einem anderen Mann.
Die Beziehung beginnt liebevoll, wird aber durch Nathanaels Wahn und Claras rationale Erklärungsversuche zunehmend belastet. Es kommt zu einem Eklat und einer Entfremdung, gefolgt von einer kurzen Phase der Versöhnung, die jedoch durch Nathanaels finalen Wahnsinn zerstört wird.
Nathanael ist fasziniert von der scheinbar lebenden Olimpia. Ihre wahre Natur als Automat wird erst im Höhepunkt des Konflikts zwischen Spalanzani und Coppola enthüllt, was Nathanael in den Wahnsinn treibt.
Coppelius ist die zentrale Schreckgestalt aus Nathanaels Kindheit, verantwortlich für den Tod seines Vaters. Sein Wiederauftauchen als Coppola reaktiviert Nathanaels Trauma. Er ist in die Manipulation um Olimpia verwickelt und erscheint am Ende als Auslöser für Nathanaels finalen Sprung.
Das zentrale Thema ist Nathanaels fortschreitender Wahn, der durch Kindheitstraumata ausgelöst und durch das Wiederauftauchen von Coppelius/Coppola verstärkt wird. Seine Paranoia führt zur Entfremdung von seinen Liebsten und zur Obsession mit einer leblosen Puppe.
Clara repräsentiert die rationale Welt, die versucht, Nathanaels Ängste logisch zu erklären. Nathanael hingegen ist gefangen in einer Welt des Aberglaubens und des Irrationalen. Die Geschichte zeigt, wie die Rationalität an ihre Grenzen stößt, wenn sie mit tief verwurzelten psychischen Traumata konfrontiert wird.
Nathanaels Obsession mit Olimpia, einer leblosen Puppe, ist ein zentraler Aspekt seines Wahnsinns. Er projiziert seine Sehnsüchte auf sie und ignoriert alle Warnungen, was ihn von der realen Liebe Claras wegführt.
Die Augen sind ein wiederkehrendes Motiv: Coppelius bedroht Nathanaels Augen in der Kindheit, Olimpia hat starre, scheinbar blinde Augen, und Nathanael benutzt ein Perspektiv, um sie zu beobachten. Die ausgerissenen Augen Olimpias sind ein Schockmoment. Das Motiv symbolisiert die Wahrnehmung der Realität und die Täuschung.