TalePal Chapter Analysis
Buch: Der Sandmann

Kapitel 3: Kapitel 3: Nathanael an Lothar

• Die Dauer des Verfassens eines Briefes (wenige Stunden); blickt auf Ereignisse der letzten Tage zurück und kündigt die Reise in 14 Tagen an.
524
Wörter
9
Charaktere
3
Themen

Zusammenfassung

In einem Brief an seinen Freund Lothar reagiert Nathanael auf Claras vorherige philosophische und rationale Antwort. Es missfällt ihm, dass Clara seinen Brief an Lothar durch ein Versehen geöffnet hat und nun versucht, seine Ängste logisch als bloße Hirngespinste und Projektionen seines eigenen Inneren abzutun. Dennoch räumt Nathanael ein, dass Giuseppe Coppola wohl nicht mit Coppelius identisch sei, da sein neuer Physikprofessor Spalanzani Coppola seit Jahren kenne und dieser wirklich Piemonteser sei. Nathanael beschreibt das seltsame Äußere von Professor Spalanzani und berichtet von einer unheimlichen Beobachtung in dessen Haus: Durch einen Spalt in einer Gardinentür erblickte er eine wunderschöne, aber völlig reglose Gestalt mit starren, scheinbar blinden Augen am Tisch sitzend. Wie er später erfuhr, handelte es sich um Spalanzanis Tochter Olimpia, die der Professor streng weggesperrt hält. Nathanael kündigt schließlich an, in zwei Wochen heimzukehren, um seine Clara wiederzusehen und seine Verstimmung über ihren Brief zu überwinden.

Ereignisse

Event 1
beginning
Nathanael äußert seinen Unmut über Claras rationalen Brief an Lothar.
«Sehr unlieb ist es mir, daß Clara neulich den Brief an Dich [...] erbrach und las.»
Event 2
early
Nathanael berichtet von Professor Spalanzani und dessen Bestätigung zu Coppolas Identität.
«Ich höre bei dem erst neuerdings angekommenen Professor der Physik [...] Kollegia.»
Event 3
middle
Nathanael beschreibt das sonderbare Aussehen von Professor Spalanzani.
«Dieser Professor ist ein wunderlicher Kauz. Ein kleiner rundlicher Mann»
Event 4
late
Nathanael schildert, wie er durch einen Vorhangspalt die starre Gestalt Olimpias erblickte.
«Ein hohes, sehr schlank im reinsten Ebenmaß gewachsenes [...] Frauenzimmer»
Event 5
end
Nathanael kündigt seine Rückkehr in vierzehn Tagen an und beendet den Brief.
«Wisse nämlich, daß ich über vierzehn Tage bei Euch bin.»

Schauplätze

Hauptschauplatz

Nathanaels Studienstadt / sein Zimmer (Ort des Schreibens)

Weitere Orte

Haus des Professors Spalanzani (Treppe, Glastür mit Gardine, Auditorium)

Atmosphäre

Zunächst leicht gereizt und nachdenklich, wandelt sich bei der Schilderung Olimpias zu einer unheimlichen, befremdlichen Stimmung.

Umgebung

Eine Glastüre im Haus Spalanzanis mit einer vorgezogenen Gardine, die einen kleinen Spalt offenlässt; ein Zimmer mit Tisch; das Auditorium nebenan.

Themen & Verbindungen

Rationalismus versus subjektives Empfinden / FantasieSehen und Augen (starre Augen, Spähblick durch den Spalt)Täuschung und künstliches Leben / leblose Schönheit

Vorausdeutung

Die unheimliche Starrheit Olimpias, ihre scheinbar sehbehinderten Augen und ihr Eingesperrtsein deuten auf ein unnatürliches Geheimnis hin.

Kapitelinhalt

Kapitel 3: Nathanael an Lothar

Sehr unlieb ist es mir, daß Clara neulich den Brief an Dich aus, freilich durch meine Zerstreutheit veranlagtem, Irrtum erbrach und las. Sie hat mir einen sehr tiefsinnigen philosophischen Brief geschrieben, worin sie ausführlich beweiset, daß Coppelius und Coppola nur in meinem Innern existieren und Phantome meines Ichs sind, die augenblicklich zerstäuben, wenn ich sie als solche erkenne. In der Tat, man sollte gar nicht glauben, daß der Geist, der aus solch…