Nathanael ist motiviert durch den Wunsch, seine Kindheitstraumata zu verstehen und zu überwinden, sowie durch eine tiefe Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung. Später wird er von der Faszination für das Unheimliche und der Besessenheit von Olimpia angetrieben.
Coppelius ist Nathanaels Erzfeind und die Quelle seiner tiefsten Ängste und Traumata. Nathanael sieht in ihm die Verkörperung des Bösen, das sein Leben zerstört.
Clara ist Nathanaels Verlobte und die Schwester seines Freundes Lothar. Sie repräsentiert für ihn die Vernunft und das Glück, wird aber von ihm missverstanden und später als 'lebloses Automat' beschimpft.
Lothar ist Nathanaels bester Freund und Claras Bruder. Er versucht, Nathanael mit rationalen Argumenten zu helfen und ihn vor seinem Wahnsinn zu bewahren.
Nathanael verliebt sich obsessiv in Olimpia, die er durch Coppolas Perspektiv als lebendiges, ideales Wesen wahrnimmt. Er idealisiert sie und projiziert seine Sehnsüchte auf sie.
Spalanzani ist Nathanaels Professor und der 'Vater' von Olimpia. Nathanael bewundert ihn zunächst, wird aber später Zeuge seines Streits mit Coppola um Olimpia.
Seine größte Angst ist die Rückkehr des Sandmanns/Coppelius und die Bedrohung seiner Augen. Er fürchtet den Verlust seiner geistigen Klarheit und die Trennung von seinen Lieben.
Er sehnt sich nach einer Erklärung für die Ereignisse seiner Kindheit, nach Rache an Coppelius und nach einer idealisierten Liebe, die er in Olimpia zu finden glaubt.
Nathanaels moralischer Kompass ist stark von seinen Emotionen und seiner inneren Welt beeinflusst. Er ist prinzipiell gutherzig, aber seine zunehmende Wahnhaftigkeit führt zu moralisch fragwürdigen Handlungen, wie dem Beschimpfen Claras oder dem Duell mit Lothar.
Nathanaels Dialog ist oft emotional, leidenschaftlich und von poetischen Bildern durchzogen, besonders wenn er über seine Ängste oder seine Liebe spricht. In Momenten des Wahnsinns wird sein Sprechen fragmentiert, wirr und von Ausrufen der Angst oder Besessenheit geprägt.